Besichtigungen Praxisbeispiele Innenstadt
Wie wird die Wärmewende in der Praxis umgesetzt? Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe haben wir bereits realisierte Projekte und aktuelle Maßnahmen in Wiesbaden vor Ort besichtigt. Die Besichtigungen boten spannende Einblicke in unterschiedliche technische Lösungen und zeigten ganz konkret, wie die Wärmewende im Gebäudebestand und bei der Wärmeversorgung umgesetzt werden kann.
Auf dieser Seite geben wir einen Rückblick auf die vergangenen Besichtigungen und stellen die besuchten Praxisbeispiele vor. Die Projekte zeigen konkrete Lösungsansätze und können zugleich als Inspiration und Entscheidungshilfe für die Umsetzung am eigenen Gebäude dienen.
Besichtigung Umbau dezentraler Gas-Etagenheizungen in eine zentrale Versorgung über einen Fernwärmeanschluss in einem Mehrfamilienhaus.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zur Wärmewende Wiesbaden fand am 02.09.2026 eine Besichtigung in der Wiesbadener Innenstadt statt.
Die Firma Dieter Besier hat den Umbau zusammen mit der ESWE -Versorgung (@eswe_gruppe) umgesetzt und die Begehung des Praxisbeispiels begleitet. Dabei erhielten die Teilnehmenden einen anschaulichen Einblick in die Umsetzung vor Ort, konnten mehr über die einzelnen Komponenten erfahren und ihre Fragen direkt an die Fachleute richten. Vielen Dank für die interessanten Einblicke und den offenen Austausch!
Besonders interessant: Die bisherigen dezentralen Gas-Etagenheizungen in den einzelnen Wohnungen wurden durch moderne Wohnungsstationen mit geringem Platzbedarf ersetzt. Die Wärmeversorgung erfolgt nun zentral über einen Fernwärmeanschluss.
Die wichtigsten Eckdaten:
• 50 kW Anschlussleistung
• Fernwärme kommt aktuell mit ca. 80 °C an
• Pufferspeicher und Wasserenthärtungsanlage
• Keine zentrale Warmwasserbereitung im Wohnhaus
• Moderne Wohnungsstationen mit geringem Platzbedarf
• Zentrale Versorgung über Fernwärme und Verteilung auf die Wasser- und Heizungskreisläufe
Ein anschauliches Beispiel dafür, wie die Wärmewende im Gebäudebestand konkret umgesetzt werden kann.
Impressionen:

Fernwärmeübergabestation Zulauf - Rücklauf

Wohnungsstation

Planungsteam Veranstaltungsreihe Wärmewende
Besichtigung Umbau in eine dezentrale Wärmeversorgung über Mini-Wärmepumpe in einer denkmalgeschützten Altbauwohnung
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zur Wärmewende Wiesbaden fand am 03.09.2026 eine Besichtigung eines Praxisbeispiels in einem denkmalgeschützten Mehrfamilienhaus statt.
Die Firma Pollmann und das Architekturbüro Achtergarde + Welzel haben den Umbau auf eine dezentrale Energieversorgung mit einer Mini Luft-Wasser-Wärmepumpe umgesetzt und die Begehung vor Ort begleitet. Dabei erhielten die Teilnehmenden einen anschaulichen Einblick in die Umsetzung, konnten mehr über die Funktionsweise und die einzelnen Komponenten erfahren und ihre Fragen direkt an die Fachleute richten. Vielen Dank für die interessanten Einblicke und den offenen Austausch!
Besonders interessant: Die innen aufgestellte Mini Wärmepumpe kommt ohne Außengerät aus. Die benötigte Außenluft wird nach innen geführt und ihr wird Wärme entzogen. Für die Luftführung sind zwei Kernbohrungen mit DN 160 beziehungsweise DN 200 vorgesehen. Im konkreten Projekt werden diese im Oberlicht der Balkontür angeordnet. Die silbernen Rohre bleiben sichtbar und werden bewusst als Teil eines industriellen Gestaltungskonzepts eingesetzt. Dadurch kann die Wärmepumpe auch bei denkmalgeschützten Gebäuden eingesetzt werden, bei denen ein klassisches Außengerät problematisch sein kann.
Die wichtigsten Eckdaten:
- Mini Luft Wasser Wärmepumpe ohne Außengerät
• Maximale Leistung von 6,2 kW
• Geeignet für kleine, auch ungedämmte Altbauwohnungen
• Nutzung für Heizung und Warmwasserbereitung
• Zwei Kernbohrungen mit DN 160 beziehungsweise DN 200 für Zu- und Abluft
• Luftführung über Wandeinlassventil und Abluftauslass
• Kompakte Systemtechnik direkt im Gerät
• 3 kW Heizstab zur Abdeckung von Heizlastspitzen und als Notfalllösung
• Anschluss über einen 230 V Schuko Stecker
Ein anschauliches Beispiel dafür, wie die Wärmewende im Gebäudebestand konkret umgesetzt werden kann.
Weitere Informationen zur Wärmepumpe: AirFlex Top Mini
Weitere Informationen zum Architekturbüro: Achtergarde + Welzel
Impressionen:


Rohre für Zuluft und Fortluft Balkon Oberlicht für Bohrung

Skizze Mini-Wärmepumpe
Besichtigung: Biomasseheizkraftwerk in Wiesbaden der ESWE BioEnergie GmbH
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zur Wärmewende Wiesbaden fand am 08.09.2026 eine Besichtigung des ESWE Biomasseheizkraftwerks (BMHKW) im Gewerbegebiet Mainz-Amöneburg statt.
Die Teilnehmenden erhielten spannende Einblicke in die Funktionsweise des Kraftwerks und konnten vor Ort erfahren, wie aus regionalen Holzabfällen hocheffizient Wärme und Strom erzeugt wird.
Das Biomasseheizkraftwerk wurde im Dezember 2013 in Betrieb genommen. Es eine zentrale Säule der regionalen Energie- und Wärmewende und wird von der ESWE BioEnergie GmbH betrieben. Der Standort in der Näher der Deponie bietet eine optimale Infrastruktur zur Anlieferung des Altholzes von den Partnerfirmen in der Nähe und ist räumlich direkt an das Fernwärme- und Stromnetz der ESWE Versorgung angebunden.
Besonders interessant war der direkte Einblick in die technische Umsetzung und die Möglichkeit, Fragen rund um die Nutzung von Biomasse, die Wärmeversorgung und die Einbindung in das bestehende Energiesystem, an die Fachleute zu richten.
Das Kraftwerk hat eine Feuerungswärmeleistung von ca. 46 MW. Die Wärmeleistung beträgt max. 23 MW und die Stromleistung (Turbine): max. 10,3 MW.
Durch die thermische Verwertung von ca. 90.000t Alt- und Gebrauchsholz jährlich, werden ca. 65 Mio. kWh Strom (Stromverbrauch von 12.000 -15.000 Einfamilienhäusern) und ca. 154 Mio. kWh Fernwärme (entspricht der Menge, die für die Beheizung von 8.000 -12.000 Einfamilienhäusern benötigt wird) erzeugt und dadurch ca. 94.000 t CO2 pro Jahr eingespart.
Bezogen auf Wiesbaden entspricht dies ca. 4% des derzeitigen gesamten Wärme- und Strombedarfs der Landeshauptstadt. Bezogen auf die reine Fernwärme, kann das BMHKW bereits jetzt rund 50% des Bedarfs durch Einspeisung ins ESWE- Fernwärme-Verbundnetz regenerativ abdecken.
Als Klimaschutzagentur unterstützen wir natürlich auch alle Bestrebungen zur Wiederverwendung von Materialien und Bauteilen. #Kreislaufwirtschaft. Die thermische Verwendung sollte die letzte Station sein, im Leben eines Produktes. Wenn es soweit ist, macht es unsere Wohnungen schön warm. Deutschlandweit und auch in unserer Region befinden sich Großwärmepumpen in Planung. Das freut uns sehr, denn dann gewinnen wir zusätzlich Wärme aus der Umwelt ganz ohne Verbrennungsprozesse.
Vielen Dank für die interessanten Einblicke und den offenen Austausch!Ein anschauliches Beispiel dafür, wie die Nutzung erneuerbarer Energien aus regionalem Alt- und Gebrauchsholz, einen wichtigen Beitrag leistet, um die Wärmeversorgung vor Ort nachhaltiger zu gestalten und die Wärmewende in Wiesbaden voranbringen.
Quellen:
www.eswe-versorgung.de/erneuerbare-energien/biomasse.html
www.eswe-bioenergie.de
www.eswe-bioenergie.de/technische-daten/uebersicht
www.eswe-bioenergie.de/fileadmin/files/Imagebroschuere.pdf
Impressionen:

ESWE Biomasseheizkraftwerk
Besichtigung: Fernwärme-Baustelle in der Schwalbacher Straße Wiesbaden Innenstadt
Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Wärmewende Wiesbaden“ haben wir am 23. September die Fernwärme-Baustelle der ESWE Versorgung (@eswe_gruppe) in der Schwalbacher Straße besichtigt.
Dabei wurde deutlich, wie viel Planung und Koordination hinter dem Ausbau steckt: Neue Leitungen werden verlegt, bestehende Fernwärmenetze miteinander verbunden und notwendige Erneuerungen, z.B. bei der Wasserversorgung mit umgesetzt. Die Wärme, die über die neue Haupttrasse in die Innenstadt fließt, kommt unter anderem aus dem Biomasseheizkraftwerk (siehe Beitrag vom 16.09.26).
Die Baustelle zeigt aber ("auch" gestrichen) die Herausforderungen des Tiefbaus in der Innenstadt: Verkehr, Buslinien, Lärm und Erreichbarkeit müssen miteinander vereinbart werden. Deshalb wird in mehreren, möglichst kleinen Bauabschnitten gearbeitet. Entscheidend ist dabei die Zusammenarbeit von Stadt, sw-netz, ESWE Versorgung, Verkehrsbehörden und Baufirmen. Es war beeindruckend zu sehen, was die Arbeiter in der Baustelle und die Mitarbeiter von ESWE Versorgung mit ihrem Engagement hier umsetzen.
Die ESWE Versorgung hat bereits durch ihre jahrzehntelange Investition in das städtische Fernwärmenetz eine gute Ausgangssituation geschaffen, um die Wärmewende bis 2045 erfolgreich zu gestalten. Ziel ist es, dass Fernwärmenetz so zu erweitern, dass große Teile der dichtbebauten und denkmalgeschützten Innenstadt versorgt werden können. Wenn an einem Standort Fernwärme in absehbarer Zeit zur Verfügung steht, ist das eine gute Möglichkeit sich bei einem lokalen Versorger, klimagerecht mit Wärme versorgen zu lassen. Durch den Ausbau der Schwalbach Str. wurde z.B. die Voraussetzung geschaffen die neue Elly-Heuss-Schule anzuschließen und perspektivisch die Mauritius Höfe sowie viele weite Objekte die entlang der Trasse bzw. in den Seitenstraßen liegen.
Wichtig für den weiteren Ausbau: Je mehr Kundinnen und Kunden sich für einen Fernwärmeanschluss entscheiden, desto wirtschaftlicher wird es für alle und es können weitere Ausbauschritte umgesetzt werden. Deshalb: Informieren Sie sich und sprechen Sie auch mit Ihren Nachbarinnen und Nachbarn über die Möglichkeiten eines Anschlusses!
Die aktuellen Bauarbeiten sollen im Herbst abgeschlossen werden. Danach folgt eine weitere Bauphase, bevor die Umgestaltung der Schwalbacher Straße beginnt.
? Fernwärme ist eine Möglichkeit für den Umstieg auf eine erneuerbare und zukunftsfähige Wärmeversorgung.
Sie möchten wissen, welche Lösung für Ihr Gebäude sinnvoll ist? Benötigen Sie eine Alternative, da Fernwärme für Sie in absehbarere Zeit nicht zur Verfügung steht? Wir beraten Sie gerne rund um die Wärmewende und informieren über verschiedene Möglichkeiten.
Weitere Termine und Informationen:
www.ksa-wiesbaden.de → Link in Bio
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Quellen:
www.fernwaerme.eswe-versorgung.de
www.eswe-versorgung.de/privatkunden/waerme/fernwaerme.html
www.wiesbaden.de/leben-wohnen/umwelt-natur-klima/klimaschutz/fernwaerme
www.eswe-versorgung.de/netzanschluesse/fernwaerme.html
Impressionen:

Hinweis:
Beratungen sind jederzeit bei uns möglich.
Terminvereinbarung unter: Telefon: 0611-236 50 0


